Haarfarbe nach Jahreszeit
Deine beste Haarfarbe folgt deinen natürlichen Farben. Den warmen Jahreszeiten (Frühling und Herbst) stehen Gold-, Honig-, Kupfer- und Kastanientöne, den kühlen (Sommer und Winter) Asch- und Perltöne, kühles Braun und Schwarz. Dein Untertyp verfeinert das: Helle Untertypen bleiben hell, tiefe bleiben tief, sanfte brauchen weich ineinanderlaufende Töne und klare brauchen Glanz. Eine Färbung verändert das Bild im Spiegel, nie deinen Unterton.
Dein Naturhaar gehört zu deinen natürlichen Farben
Dein Haar ist die größte Farbfläche neben deinem Gesicht, und es rahmt alles andere ein. In der Farbanalyse zählt es so viel wie Haut und Augen, denn es trägt alle drei Achsen, mit denen wir arbeiten. Sein Reflex, golden und kupfrig oder aschig und silbrig, zeigt die Wärme. Seine Helligkeitsstufe, von hellem Blond bis Schwarz, bestimmt die Tiefe. Sein Glanz und sein Kontrast zur Haut zeigen die Klarheit: Klare natürliche Farben haben oft glänzendes Haar, das sich deutlich von der Haut abhebt, sanfte dagegen Haar aus mehreren nah beieinanderliegenden, leicht pudrigen Tönen, die dem Hautton nahe sind.
Naturhaar stimmt meist mit dem Unterton von Haut und Augen überein. Deshalb ist die Farbe, mit der du aufgewachsen bist, oder die an deinem Ansatz, der beste Ausgangspunkt für jede Veränderung. Daraus folgen zwei Faustregeln. Verändere den Reflex nur in Richtung deines Untertons: wärmer, wenn du warm bist, kühler, wenn du kühl bist. Und verschiebe die Tiefe um eine oder zwei Stufen, statt quer über die Skala zu springen, es sei denn, dein Untertyp verträgt das bekanntermaßen.
Wenn du nicht sicher bist, in welche Richtung dein Unterton geht, lies zuerst den Ratgeber zu warmem oder kühlem Unterton. Die Empfehlungen unten sind nach Jahreszeit und dann nach Untertyp geordnet.
Frühling: Goldblond bis helles Kupfer
Frühlingshaar ist warm und hell bis mittel: Goldblond, Honigblond, Erdbeerblond und helles Kupferbraun, mit natürlichem Glanz. Behalte das Gold. Aschige Toner und stumpfe, dunkle Töne nehmen die Wärme und das Licht weg, die einen Frühlingstyp lebendig wirken lassen.
Heller Frühling
Beim Hellen Frühling gibt die Helligkeit den Ton an, also bleibt sein Haar hell: buttriges und helles Goldblond, zartes Honigblond, ein sanftes Erdbeerblond. Feine goldene Strähnen stehen ihm besser als breite. Dunkelbraun erdrückt die zarte Wärme der Haut, und Platin- oder Aschblond lässt das Gesicht blass und fad wirken.
Warmer Frühling
Der Warme Frühling ist der wärmste Frühlings-Untertyp und verträgt am meisten Gold und Kupfer: Goldblond, warmes Honigbraun, Erdbeerblond und goldenes Kupfer. Rottöne stehen ihm von allen Frühlings-Untertypen am leichtesten. Aschtöne und Blauschwarz wirken neben seiner pfirsichfarbenen Haut beide kalt.
Lebhafter Frühling
Der Lebhafte Frühling hat mehr Kontrast als die anderen Frühlings-Untertypen, deshalb verträgt er neben Goldblond auch ein tieferes, klares Warmbraun oder ein Kastanienbraun mit kupfernen Reflexen. Der Glanz zählt mehr als der genaue Ton: Ein glänzendes Warmbraun steht ihm, ein stumpfes, mausgraues oder aschiges dämpft seine klaren Augen.
Sommer: Aschblond bis kühles Braun
Sommerhaar ist kühl und sanft: Aschblond, Perlblond und kühles helles bis mittleres Braun, mit silbrigem, staubigem Schimmer. Halte es kühl und sanft. Messingfarbenes Gold, Orangekupfer und Blauschwarz sind die Richtungen, die gegen einen Sommertyp arbeiten.
Heller Sommer
Dem Hellen Sommer stehen helles Aschblond, Perlblond und ein zartes, kühles Blond mit einem Hauch Beige. Feine Strähnen aus derselben kühlen Familie bringen Licht, ohne Wärme hinzuzufügen. Dunkelbraun beschwert die luftigen natürlichen Farben, und ein gelbgoldenes Blond beißt sich mit dem Rosa in der Haut.
Kühler Sommer
Der Kühle Sommer ist der kühlste Sommer-Untertyp: Aschbraun, kühles Mittelbraun und dunkles Aschblond. Er ergraut schön, weil das Silber aus seiner eigenen Farbfamilie kommt. Kupfer, Rotbraun und goldene Strähnen wirken neben seiner rosigen Haut fremd.
Sanfter Sommer
Der Sanfte Sommer ist der gedämpfteste Sommer-Untertyp: Champignonbraun, dunkles Aschblond und sanftes Aschbraun mit einigen feineren, helleren Strähnen. Sein Haar sollte weich ineinanderlaufen, nie gestreift wirken. Eine einzige einheitliche dunkle Farbe lässt das Gesicht hart wirken, und grelle Platinsträhnen bringen einen Kontrast, den die natürlichen Farben nicht haben.
Herbst: Kupfer, Kastanie und Schokolade
Herbsthaar ist warm und mittel bis tief: Kupfer, Kastanie, Goldbraun und Rotbraun, mit warmem Glanz. Seine Gegenspieler sind Aschtöne, Platin und Blauschwarz, die eine Haut abkühlen, bei der es gerade auf die Wärme ankommt.
Sanfter Herbst
Dem Sanften Herbst steht Wärme ohne Feuer: sanftes Goldbraun, Honigbraun, helles Kupferbraun und die verblendeten Mischungen aus Braun und Blond, die manche Salons Bronde nennen. Ein gedämpftes Erdbeerblond geht, solange es zart bleibt. Leuchtendes Orangerot ist zu klar für diese kontrastarmen natürlichen Farben und Schwarz zu tief.
Warmer Herbst
Der Warme Herbst ist das natürliche Zuhause von Kupfer und Rotbraun: Rotblond, sattes Kupfer, goldenes Kastanienbraun, Zimtbraun. Ihm stehen die vollsten Rottöne des Farbkreises, solange sie eher zu Gold als zu Violett tendieren. Bordeaux mit violettem Stich und jedes Aschbraun lassen ihn fahl wirken.
Tiefer Herbst
Der Tiefe Herbst verträgt dunkles Haar: dunkles Schokoladenbraun, Espressobraun mit warmem Schimmer, tiefes Rotbraun und dunkles Kastanienbraun. Die Wärme kann als dunkle Strähne (Lowlight) oder als Glanz erscheinen, der sich im Sonnenlicht zeigt, statt als offensichtliches Rot. Blauschwarz und Aschtöne lassen ihn hart wirken; sehr helles Blond nimmt ihm die Tiefe, die dem Gesicht Halt gibt.
Winter: kühles Dunkelbraun und Schwarz
Winterhaar ist kühl und mittel bis tief, mit silbrigem Glanz: kühles Dunkelbraun, Schwarzbraun und Schwarz. Der Kontrast zwischen Haar und Haut gehört zum Winterbild, deshalb helfen goldene Strähnen, breite Karamellsträhnen und warme rote Highlights, die diesen Kontrast abschwächen und erwärmen, selten.
Kühler Winter
Dem Kühlen Winter stehen kühles Dunkelbraun und Schwarz, später Silber und Weiß. Er ist der Winter-Untertyp, dem sein Grau am selbstverständlichsten steht; es zeigt sich oft klar und strahlend.
Tiefer Winter
Der Tiefe Winter ist der dunkelste Untertyp des Farbkreises: tiefes kühles Braun, Espresso, weiches Schwarz. Ein kühler, dunkler Weinton, der sich nur im Sonnenlicht zeigt, kann ihm stehen; Kupfer und Karamell nicht.
Lebhafter Winter
Dem Lebhaften Winter stehen Schwarz und kühles Dunkelbraun mit starkem Glanz, als eine klare, durchgehende Farbe getragen. Seine Augen und seine Haut brauchen diese Klarheit um sich herum, und ein trübes Mittelbraun oder pudrige Strähnen lassen das ganze Gesicht stumpf wirken.
Helle Strähnen, dunkle Strähnen oder eine durchgehende Farbe
Naturhaar ist nie einfarbig. Es besteht aus mehreren nah beieinanderliegenden Tönen, heller an den Spitzen und um das Gesicht, dunkler darunter, und diese Abwechslung lässt es lebendig wirken. Eine Komplettfärbung, ein Ton vom Ansatz bis zur Spitze, nimmt sie weg. Sie steht den klaren Untertypen am besten, bei denen ein einziger glänzender Ton den klaren Kontrast des Gesichts aufgreift. Bei sanften natürlichen Farben wirkt sie oft schwer, und bei allen zeigt sich der nachwachsende Ansatz früher.
Helle Strähnen (Highlights) bringen Licht, und Licht in Gesichtsnähe fällt immer auf. Ihre Richtung folgt deinem Unterton: goldene, honigfarbene und karamellfarbene Töne für Frühling und Herbst; aschige, perlige und beigeaschige für den Sommer; beim Winter ein paar feine kühle Strähnen oder gar keine. Ihre Platzierung folgt der Klarheit: fein und verblendet für die sanften und hellen Untertypen, weniger und klarer abgesetzt für die klaren.
Dunkle Strähnen (Lowlights) bewirken das Gegenteil und bringen Tiefe zurück. Sie sind das Mittel für tiefe Untertypen, deren Haar zu stark aufgehellt wurde, und für alle, die alte helle Strähnen herauswachsen lassen.
Ein Glossing oder Toner verändert den Reflex, ohne die Helligkeitsstufe zu verändern. Es ist die kleinste Veränderung, die du vornehmen kannst, und am leichtesten rückgängig zu machen: Ein goldenes Glossing wärmt einen Frühlings- oder Herbsttyp, ein kühles nimmt einem Sommer- oder Wintertyp den Messingstich.
Graue Haare
Graues Haar verändert das Bild stärker als jede Färbung. Es senkt die Tiefe deiner natürlichen Farben und meist auch den Kontrast zwischen Haar und Haut. Den Unterton deiner Haut und deiner Augen verändert es nicht, deine Jahreszeit bleibt also dieselbe; was sich verschiebt, ist das Gleichgewicht innerhalb deiner Palette. Viele bewegen sich zu ihren helleren oder sanfteren Tönen und tragen die dunkelsten weiter weg vom Gesicht.
Kühle Jahreszeiten ergrauen meist innerhalb ihrer eigenen Farbfamilie. Sommergrau ist ein sanftes Zinn oder Silber, das mit den vorhandenen Aschtönen verschmilzt. Wintergrau kann weiß und eindrucksvoll ausfallen, besonders beim Kühlen Winter, und es passt gut zu den klaren Farben, die die Jahreszeit ohnehin trägt.
Warme Jahreszeiten ergrauen oft weniger gleichmäßig, zu einer cremigen oder grau melierten Mischung, die neben goldener Haut fad wirken kann. Mit goldenen oder beigeblonden Strähnen verblendet, wirkt das Grau wie helles Blond, und ein goldenes Glossing wärmt es. Wenn du es lieber wachsen lassen möchtest, verschiebe Kleidung und Make-up zu den warmen, helleren Tönen deiner Palette, mit Elfenbein statt grellem Weiß in Gesichtsnähe.
Wenn du das Grau abdeckst, wähle einen Ton, der etwas heller ist als deine frühere Naturfarbe. Die Farbe, die du mit fünfundzwanzig hattest, passte zu tieferen, kontrastreicheren natürlichen Farben; heute nachgefärbt, kann sie schwer und hart wirken.
Was eine Färbung verändert und was nicht
Eine Färbung verändert, was du im Spiegel siehst: die Tiefe um dein Gesicht, den Reflex und den Kontrast. Ein Sommertyp mit kupfergefärbtem Haar wirkt auf einem Foto wärmer, ein Frühlingstyp mit aschig gefärbtem Haar kühler. Deshalb täuscht die Haarfarbe auch Selbsttests und Online-Tests. Wenn du dein Haar färbst, beurteile deine Jahreszeit nach deinem natürlichen Ansatz, deinen Augenbrauen oder Fotos aus der Zeit, bevor du angefangen hast.
Eine Färbung verändert weder den Unterton deiner Haut noch die Farbe deiner Augen, also kann sie dich nicht in eine andere Jahreszeit bringen. Ein Ton, der gegen deinen Unterton arbeitet, zeigt sich an Kleinigkeiten: Die Haut wirkt grauer oder fahler, die Augen verlieren etwas von ihrem Strahlen, und du greifst zu mehr Make-up, um dem Gesicht wieder Frische zu geben. Ein Ton, der zu ihm passt, lässt die Haut klarer wirken, ganz ohne Zutun. Dein Make-up folgt derselben Logik; im Ratgeber Make-up nach Jahreszeit gehen wir es Farbfamilie für Farbfamilie durch.
Wenn du deine Jahreszeit noch nicht kennst, ist der kostenlose Farbtest ein kurzes Quiz in deinem Browser, das sie schätzt. Die persönliche Farbanalyse arbeitet mit ein paar Fragen zu deinem Haar, deinen Augen und deiner Haut und mit ein bis drei Fotos bei natürlichem Licht; sie bestimmt deine Jahreszeit und deinen Untertyp, und ihr PDF-Bericht enthält die Haarfarben und das Make-up, die dazu passen.
Fragen und Antworten
Welche Haarfarbe passt bei warmem Unterton?
Zu einem warmen Unterton passt Haar mit goldenem, honigfarbenem oder kupfernem Reflex. Helleren warmen natürlichen Farben (Frühling) stehen Goldblond, Erdbeerblond und helles Kupferbraun am besten, tieferen (Herbst) Kupfer, Rotbraun, Kastanienbraun und warmes Schokoladenbraun. Aschige Toner und Blauschwarz kühlen das Gesicht ab. Wie hell oder dunkel die Farbe sein darf, bestimmt deine Tiefe, wie leuchtend, deine Klarheit.
Welche Haarfarbe passt bei kühlem Unterton?
Zu einem kühlen Unterton passen Asch-, Perl-, Champignon- und kühle Brauntöne, und Schwarz für die tieferen, kontrastreicheren natürlichen Farben. Den Sommer-Untertypen steht alles zwischen Aschblond und kühlem Mittelbraun am besten, den Winter-Untertypen alles zwischen kühlem Dunkelbraun und Schwarz. Messingfarbenes Gold, Kupfer und Karamellsträhnen beißen sich meist mit kühler Haut und lassen sie grauer oder rosiger wirken.
Kann eine Haarfärbung meine Farbjahreszeit ändern?
Nein. Eine Färbung verändert Tiefe, Reflex und Kontrast rund um dein Gesicht, also auch, wie deine Palette an dir wirkt, aber nicht den Unterton deiner Haut oder die Farbe deiner Augen. Deine Jahreszeit bleibt dieselbe. Eine Färbung kann allerdings einen Selbsttest oder ein Quiz täuschen, also beurteile deine Jahreszeit nach deinem natürlichen Ansatz oder nach älteren Fotos.
Ändert graues Haar meine Farbjahreszeit?
Deine Jahreszeit bleibt, denn das Ergrauen verändert den Unterton deiner Haut und deiner Augen nicht. Es senkt aber Tiefe und Kontrast deiner natürlichen Farben, deshalb bewegen sich viele Menschen zu den helleren oder sanfteren Tönen derselben Palette. Kühle Jahreszeiten ergrauen oft im Einklang mit ihren natürlichen Farben; warme verblenden das Grau vielleicht lieber mit goldenen oder beigeblonden Strähnen.
Sind Strähnen oder eine Komplettfärbung besser für meine Jahreszeit?
Das hängt von deiner Klarheit ab. Sanften und hellen Untertypen wie dem Sanften Sommer, dem Sanften Herbst und dem Hellen Frühling stehen feine, verblendete Strähnen am besten, die das Haar mehrtönig halten. Klare Untertypen wie der Lebhafte Winter und der Lebhafte Frühling können eine einzige glänzende Farbe tragen. In jedem Fall folgen die Strähnen deinem Unterton: golden bei warmen natürlichen Farben, aschig oder perlig bei kühlen.
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